Gossner Evangelical Lutheran Church (GELC)

Geschichte
Die Tradition der Gossner Evangelical Lutheran Church geht auf die Zeit der Industriellen Revolution und der in diesem Zusammenhang entstandenen Sozialen Frage zurück. Damals kümmerte sich der Berliner Pfarrer Johannes Evangelista Goßner um die Verlierer der aufstrebenden Industriemetropole Berlin. Als eine kleine Gruppe von Handwerkern den Wunsch äußerte, als Missionare in fernen Ländern tätig werden zu wollen, war er bereit, diesen ungewöhnlichen Wunsch der theologischen Laien zu unterstützen. Entgegen der damals üblichen Praxis, nur theologisch ausgebildete Missionare zu entsenden, erkannte Goßner die Bedeutung der Verbindung von praktischer Hilfe für die in armen Verhältnissen lebenden Ureinwohner der verschiedenen damaligen Kolonien mit der Missionstätigkeit im Sinne der christlichen Nächstenliebe.
 
Die Arbeit der Gossner Church heute
An diese Tradition knüpft die Gossner-Arbeit im heutigen Indien an. Sie engagiert sich vor allem für die Adivasi (indigenen Völker), die mit 85 Millionen (7,5 % der Gesamtbevölkerung) außerhalb des hinduistischen Kastensystems stehend, keinerlei Rechte auf ihr ursprüngliches Territorium und die damit verbundenen Ressourcen, vor allem Land und Wald, haben. Rund 500 000 Adivasi gehören zu Gossner Kirche, die sich selbst als Adivasi-Kirche versteht.
 
Indien nimmt zwar in den Bereichen Technologie und Wissenschaft weltweit Spitzenplätze ein, aber gesellschaftliche und kulturelle Schranken schließen viele Bevölkerungsgruppen von jeglicher Entwicklung aus. Dazu gehören die Adivasi, die Dalits (Kastenlose), viele Frauen, Tagelöhner und Kinder.
„Als christliche Ureinwohner kämpfen wir um unsere Rechte und ums Überleben: Großkonzerne rauben unser Land, Hindu-Fanatiker bedrohen unser Leben. Die Gossner Mission gibt unseren Adivasi-Völkern Rückhalt. Das spüren schon die Kinder.“ (Nelson Lakra, Bischof der Gossner Kirche)
 
Oberstes Ziel der Arbeit der GELC ist es daher, die Lebensumstände der Adivasi und anderer marginalisierter Gruppen zu verbessern.
 
Folgende Schwerpunkte werden dabei gesetzt:
 
  • Religiöse und säkulare Erziehung,
  • Gesundheitsversorgung in ambulanten und stationären Zentren,
  • Entwicklungs- und Bildungsarbeit durch Einrichtung von Kindergärten und Schulen, von allgemeinen Bildungs- und beruflichen Trainings- und Lehrerbildungszentren,
  • Aufbau und Förderung von Wohlfahrtseinrichtungen für kranke, behinderte und alte Menschen,
  • Zusammenarbeit mit anderen Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen , die in diesen Bereichen tätig sind.

 

Weitere Informationen: http://www.gelchurch.org/