NIWCYD

Das Nationale Institut für Frauen, Kinder- und Jugend-Entwicklung in Nagpur, der Distrikthauptstadt im Osten Maharashtras, wurde 1982 von einer Gruppe von Sozialaktivisten gegründet, deren Ziel vor allem die kaum etablierte Entwicklungsarbeit für marginalisierte Bevölkerungsgruppen in Indien, vor allem Frauen, Kinder und Jugendliche der indigenen Bevölkerungsgruppen, ist. Zusammen mit internationalen Organisationen, wie der AWO International, Oxfam India und Terre des Hommes und in Verknüpfung mit Regierungsprogrammen sollen diese Gruppen befähigt werden, selbstbestimmt am Prozess der Entwicklung mitzuwirken.

Ziele
NIWCYD versteht sich als eine gesamtindische Organisation. Bisher arbeitet sie in drei Bundesstaaten: Maharashtra, Madhya Pradesh und Chattisgarh. Die indigene Dorf- und Slumbevölkerung dieser Bundesstaaten, vor allem Stammesgruppen der Adivasi, Baiga und Madia in Zentralindien, soll in die Lage versetzt werden, ihre Entwicklung selbst in die Hand zu nehmen und die ihnen zustehenden Ansprüche aus staatlichen Wohlfahrtsprogrammen und ihre gesetzlich garantierten Rechte einzufordern.
Leitende Philosophie von NIWCYD ist die nachhaltige Nutzung vorhandener und potentieller Ressourcen, die örtlich zugänglich sind und den Gemeinschaftsorganisationen ermöglichen, für lokale Anliegen einzutreten, in deren Mittelpunkt die Rechte der Armen und der Urbevölkerung stehen. Die Abhängigkeit von externer Unterstützung soll weitgehend abgebaut werden und die Benachteiligten sollen befähigt werden, ihre Interessen selbst zu artikulieren und zu vertreten. Sie sollen bei einer nachhaltigen Entwicklung ihres Lebensraums unterstützt werden, ohne ihre Lebensweise tiefgreifend zu verändern.
 
Folgende Hauptaktivitäten sollen dieser Zielsetzung dienen:
  • Bewässerung und nachhaltige Landwirtschaft: Bewässerungsprojekte, verbesserte landwirtschaftliche Techniken
  • Förderung von Landwirtschaft und Gartenbau, Aufbau von Getreidesamenbanken
  • Kinderförderungsprogramme: schulische Förderung, Bekämpfung der Kinderarbeit, kompensatorische Bildungsarbeit für Benachteiligte
  • Women Empowerment: Mobilisierung der Frauen, Gründung von Selbsthilfegruppen, Entwicklung verschiedener Fähigkeiten wie Handarbeitstechniken, Vermittlung unternehmerischer Grundkenntnisse, Sensibilisierung der männlichen Partner für gender equity  (d.h. in den Familien und der Gesellschaft sollte sich die Erkenntnis von der Gleichrangigkeit der Geschlechter durchsetzen).
  • Gesundheitsförderung: Maßnahmen gegen Kindersterblichkeit, Schwangerenbetreuung und -aufklärung, Geburtshilfe, Ernährung, Hygiene
  • Forstwirtschaft: Sicherung des Rechts der Waldnutzung für die Ureinwohner in den Wäldern, Expansion der Forstwirtschaft, Förderung der biologischen Vielfalt, Ausbildung gemeinsamer Waldbewirtschaftung, Studien- und Dokumentationszentren der rückläufigen Baumarten
  • Advocacy: Erhöhung der Anzahl von Dorfsprechern (Gramdoot-Modell: Motivierte Frauen und Männer aus den Reihen der Dorfgemeinschaft, die sogenannten Gramdoots, organisieren sich, auch überregional und setzen sich in Selbsthilfeorganisationen für die Rechte ihrer Dorfgemeinschaft ein.), Aufbau einer lokalen Selbstverwaltung, Bildung von Foren und Netzwerken.
  • Mikrofinanzierung: Entwicklung von Verbindungen zwischen den beteiligten Frauen und Banken und Finanzinstitutionen, Verknüpfung mit staatlichen Förderprogrammen, Erstellung von Leitlinien für das Management der Selbsthilfegruppen.
Die Zielgruppen der NIWCYD sind:
  • ethnische Gruppen wie Baigas, Gonds, Korkus, Mowasi, Madias und Saharia
  • Kleinbauern
  • Angehörige der „scheduled Castes“ und „scheduled Tribes“
  • Straßenkinder, vernachlässigte und straffällig gewordene Kinder
  • Kinder, die arbeiten (Kinderarbeit), betteln oder Müll sammeln müssen
  • Neugeborene
  • benachteiligte Jugendliche
  • Frauen
In Bhopal, dem Einsatzort der von der DIZ entsendeten Freiwilligen, hat NIWCYD ein Regionalbüro. Schwerpunkte der Arbeit dort sind die Mitarbeiterfortbildung und die Arbeit mit Jungen und Mädchen, die auf den Bahnsteigen leben und arbeiten oder mit vertriebenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Weitere Informationen: http://www.niwcyd.org